Das Wüstenkind-Jahr 2017

Salamu alaikum und hallo liebe Waisenfreunde,

ein Jahr voller schöner Momente mit unseren Waisenkindern liegt hinter uns. Mit eurer Hilfe konnten wir unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen und in vielen Fällen noch ausweiten. Besonders freuen wir uns über zusätzliche Bildungsprojekte, die den Kindern neue Hoffnung und reelle Chancen auf eine bessere Zukunft vermitteln, sowie über die Erweiterung bestehender Projekte in Syrien, Afghanistan und Indonesien. Und selbstverständlich kümmerten wir uns wie immer liebevoll um all unsere Wüstenkinder, achteten auf ihre gesunde Ernährung und medizinische Versorgung, richteten Feste zu den Feiertagen aus und beschenkten die Kinder mit Kleidung, Schulmaterial, Spielsachen und auch besonderen Erlebnissen.

Dank eurer Unterstützung konnten wir im Jahr 2017 über 1.200 Kinder in sechs Ländern helfen – unten haben wir das Erreichte für euch zusammengefasst.

 

Leider haben wir auch eine traurige Nachricht: Im Dezember verstarb Uswatun Khasanah, ein Wüstenkind-Mädchen in Makassar, im Alter von nur 18 Jahren an einer schweren Lungenentzündung. Sie verbrachte vier Jahre in unserem Waisenhaus Timor-Timur, während ihre Eltern sie aufgrund persönlicher Schwierigkeiten nicht mehr ernähren konnten, kehrte aber bereits vor drei Jahren zu ihnen zurück. Wir hatten sie bei unseren Besuchen als ruhiges, talentiertes Mädchen kennengelernt und werden sie vermissen. „Allah möge ihrer Seele gnädig sein, denn von Ihm kommen wir, und zu Ihm gehen wir zurück”.

 

 

Das Wüstenkind-Jahr 2017

 

 

Syrien

  • Wir konnten unseren Kindergarten mit Vorschule in Duma bei Damaskus trotz täglicher Bombardierung der weiterhin eingekesselten Stadt erhalten. Hier erleben die Kinder so etwas wie einen geregelten Alltag im Chaos der Belagerung, erhalten ersten Unterricht, werden mit Nahrungsmitteln, Kleidung und medizinisch versorgt und können auch einfach mal spielen und fröhlich sein. Nachmittags werden für ältere Mädchen und junge Frauen Kurse zur Berufsvorbereitung angeboten, die sehr gut angenommen werden und ihnen helfen, sich etwas Geld hinzuzuverdienen.
  • Durch zusätzliche Baumaßnahmen angesichts des häufigen Beschusses wurde das Gebäude des Kindergartens sicherer gemacht. Leider verstarb dennoch eines unserer Kinder durch einen Bombensplitter.
  • Die Wasserversorgung ist insbesondere in den eingeschlossenen Gebieten ein Problem. Wir haben inzwischen 150 Brunnen instand gesetzt oder bohren lassen und konnten damit über 100.000 Menschen Zugang zu Trinkwasser ermöglichen.
  • In der Stadt Tall eröffneten wir ein Bildungszentrum für geflüchtete Frauen und bieten dort regelmäßige Kurse zur Berufsvorbereitung an.
  • Im Ramadan konnten wir den Familien unserer Kindergartenkinder trotz kritischer Sicherheitslage umfangreiche Nahrungsmittelpakete zuteilen und Brotverteilungen organisieren. Im Kindergarten fand ein großes Festessen statt, und jedes Kind erhielt Geschenke.
  • Auch das Opferfest feierten die Kinder mit Geschenken und einem großen Fest mit eigenem Eisstand.
  • Rechtzeitig zum Winter konnten wir an die Kinder in Duma dringend nötige warme Kleidung verteilen.

Somalia

  • Zu unserer Bestürzung ist unser Freund und Ansprechpartner des Waisenhauses in Baydhabo, der Gründer und langjährige Leiter der Einrichtung, verstorben. Deshalb, und zusätzlich aufgrund der schwierigen Bedingungen vor Ort, mussten wir die Projekte leider vorerst unterbrechen. Wir versuchen alles, um die Hilfe für die dortigen Waisenkinder wieder aufnehmen zu können.
  • Im letzten Jahre wurde Somalia von einer schweren und lebensbedrohlichen Dürre heimgesucht. Da unser Projektmanager gerade vor Ort war und schnell tätig werden konnte, starteten wir hier ein Nothilfeprojekt in der Gegend um Baydhabo. Die Menschen wurden mithilfe großer Wassertanks und Tankwagen mit Trinkwasser versorgt und erhielten von uns Vorräte an Nahrungsmitteln.
  • Zum Opferfest ließen wir im Dürregebiet Ziegen schlachten und verteilten das Fleisch mit Reis und Gewürzen an Waisenkinder und verarmte Familien, damit sie sich ein Festessen zubereiten können.

Indonesien

  • Wir stellen weiterhin die Grundversorgung aller Kinder sicher und bauen auch unsere Bildungsaktivitäten immer weiter aus. Wieder konnten zahlreiche Kinder in verschiedensten Kursen gestärkt werden: Die Angebote wie Englischunterricht, Computertraining aber auch Selbstverteidigungskurse, Motivationsseminare und Handarbeitskurse finden regen Zuspruch und eröffnen den Kindern neue Chancen für ihr weiteres Leben. Wo immer es uns möglich ist, halten wir auch nach ihrer Zeit im Waisenhaus Kontakt zu unseren Schulabgängern und verhelfen ihnen zu Plätzen in Studiengängen und Ausbildungen.
  • In Makassar eröffneten wir ein zusätzliches Trainingscenter, in welchem nun weitere Kurse zur Berufsvorbereitung der Waisenkinder angeboten werden können.
  • Unser Vorstandsvorsitzender Hatem Imran besuchte zu Beginn des Jahres gemeinsam mit einem befreundeten Arztehepaar aus Deutschland die Waisenhäuser auf Sulawesi. Ein Höhepunkt der Reise war ein Ausflug mit über 300 Kindern der Waisenhäuser in Makassar zu einem idyllischen Schwimmpark inmitten der Natur. Für die Kinder war dies ein einzigartiges Erlebnis, das ihnen riesigen Spaß bereitete und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder aus den verschiedenen Waisenhäusern stärkte.
  • Ein Student aus Deutschland reiste auf eigene Kosten zu unseren Waisenkindern und brachte sich einige Wochen in unseren Waisenhäusern wertvoll ein. Er gab den Kindern Englischunterricht, vermittelte die Bedeutung korrekter Zahnhygiene und unternahm Ausflüge mit den Kindern.
  • Im Ramadan gab es leckere Speisen und Festgeschenke für alle Wüstenkinder. Im Dorf Kaluppini fand ein gemeinsames Fastenbrechen für die dort betreuten Familien statt, außerdem erhielten sie wie auch die verarmten Familien in Enrekang wieder Nahrungsmittelpakete.
  • Zum Opferfest bekamen alle indonesischen Wüstenkinder Kleidergeschenke, die Kinder in Makassar zusätzlich je ein Paar neue Turnschuhe für den Sportunterricht. Besonders rührte uns die Idee einiger Kinder, ihre Freunde in unseren anderen Waisenhäusern liebevoll mit selbstgebastelten Werken zu beschenken.

Afghanistan

  • Unsere Wüstenkinder in der Schule in Jalalabad konnten dieses Jahr ihr neues Schulgebäude beziehen. Hier haben sie nun genug Platz für den täglichen Unterricht und die nachmittäglichen Zusatzangebote zur Berufsvorbereitung junger Frauen.
  • Im Ramadan gaben wir Nahrungsmittelpakete an die Familien der Schulkinder aus. Zum Fest freuten sich die Kinder über Geschenke.
  • Zum Opferfest richteten wir in unserer Schule eine große Kinderparty mit Geschenken aus. Die Kinder bekamen vor allem neues Schulmaterial, wie Schulranzen, Bücher, Hefte und Stifte, aber auch lokale Köstlichkeiten und Naschereien. Außerdem konnten Lebensmittelpakete an deren Familien ausgegeben werden.
  • Für die kalte Jahreszeit wurden die Schülerinnen und Schüler mit warmer Winterkleidung ausgestattet.

Türkei

  • Im Ramadan konnten wir Kindern von verarmten Familien in der Südtürkei, die durch das Versorgungssystem fallen, mit Kleidung und Süßigkeiten eine kleine Freude machen.
  • Zum Opferfest freuten sich die Kinder aus unserem Nothilfeprogramm sowohl über süße als auch nützliche Überraschungen.

Bosnien

  • Bedürftige Familien in Bosnien konnten auch dieses Jahr mit dem Nötigsten unterstützt werden, um ihre Kinder sicher durch den Winter zu bekommen.

 

Ihr habt diese ganzen tollen Projekte, das Lachen der Kinder, die Freude in ihren Gesichtern möglich gemacht. Wir danken euch allen im Namen unsere Wüstenkinder!

 

As-salamu alaikum und bis bald,

euer Team von Wüstenkind e.V.

 

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