Fortschritte in Enrekang 2010

Januar/ Februar  2010

Hatem besuchte die Waisenhäuser: „Anfang des Jahres konnte ich nach einigen Vorbereitungen die Kinder in Indonesien besuchen. Ich habe versucht, unsere gesamte „Projektfamilie“ würdig zu repräsentieren und den Kindern dort so viel von uns Unterstützern mitzuteilen wie möglich. Auch die persönlichen Grüße habe ich ausgerichtet. Ich habe mehr als 1.000 Fotos und Filme, die wir nach und nach mit euch teilen werden.Ziel der Reise war es, den Kindern zu begegnen, ihnen auch Aufmerksamkeit und Würdigung neben den materiellen Mitteln zu schenken. Es war eine sehr intensive Zeit mit der lokalen Projektleitung, der Lokalregierung und anderen sozialen Einrichtungen vor Ort. Trotzdem ist und bleibt die wirtschaftliche Situation vor Ort eine große Herausforderung. Alle bisherigen Einsätze wurden geprüft, zukünftige geplant und weitere Vorgehensweisen besprochen. Insgesamt läuft alles sehr zufriedenstellend. Einige Dinge vor Ort waren anders als erwartet, aber nicht negativ. Die Projektarbeiter vor Ort genießen mein volles Vertrauen. Die Kinder sind wunderbar.“ Weitere Auszüge aus Hatems Reisetagebuch findet ihr hier.

April 2010

Das Waisenhaus wurde in den letzten Monaten immer wieder mit kleineren Anschaffungen unterstützt.
Vor allem aber stand ein tägliches Budget für Lebensmittel und andere Dinge, die zur absoluten Grundversorgung gehören, zur Verfügung.

Juli 2010

Die Kinder des Ridha Waisenhauses sind bis auf Kleinigkeiten wohlauf. Hatem hatte auf seiner Reise ein Mädchen im Krankenhaus besucht, das wegen eines Tumors operiert werden musste. Dem Mädchen, Ida, geht es inzwischen gut.
In den letzten Monaten konnten neben der Grundversorgung der Kinder mehrere Projekte realisiert werden. Wir hatten bereits davon berichtet, dass die Schlafräume der Jungen und Mädchen aufgestockt wurden. Vorher waren weniger Betten als Kinder und auch nicht genug Bettzeug für alle vorhanden. Dennoch fehlten auch nach der Aufstockung noch ein paar Dinge, die nun nachgereicht wurden. So konnten wir nun noch weitere vier Matratzen, sechs Bettlaken, 12 Kissen und 12 Kissenbezüge zur Verfügung stellen. Nun sind alle Kinder versorgt.
Zudem konnten jetzt die Bäder renoviert werden. Diese waren schon lange teilweise defekt. So mussten die Mädchen immer wieder die Einrichtungen der Jungen mitbenutzen. Diese Situation war umständlich und natürlich auch nicht angebracht. Für relativ wenig Geld konnten alle notwendigen Arbeiten durchgeführt werden.
Eine weitere Maßnahme war ein neuer Boden für das Jungengeschoss. Dieses ist nur eine provisorische zweite Etage aus Holz und erinnert aus deutscher Sicht an einen Hühnerverschlag. Dieser geringe Standard ist selbst für lokale Verhältnisse unterdurchschnittlich. Im Gegensatz zu den Räumlichkeiten der Mädchen ist die Behausung der Jungen relativ lieblos und funktional. Vorerst hat das Geschoss nun einen neuen Boden erhalten, was einiges an Optik, Komfort und Hygiene verbessert. Eine grundsätzliche Renovierung steht langfristig aber dennoch an. Der Boden kann in diesem Falle wiederverwendet werden. Das gilt in Indonesien übrigens für alles, sogar für Ziegelsteine.
Wegen der vielen Stromausfälle vor Ort haben die Waisenkinder auch LED-Notlichtlampen bekommen. Bei Hatems Besuch vor Ort hatte er einen Stromausfall miterlebt, und es war auf einen Schlag stockduster. Die LED-Lampen sind im Gegensatz zu Kerzen wesentlich ungefährlicher für die Kinder und nachhaltiger, da sie per Akku aufgeladen werden können.

    

Die Toilette vor und nach der Renovierung
 

Oktober 2010

Den besinnlichen Monat Ramadan nutzten wir dazu, den Kindern unserer betreuten Waisenhäuser eine besonders schöne Zeit zu schenken. Zunächst erhielten die Kinder im Ridha-Waisenhaus die nötigsten Dinge, die auf der Dringlichkeitsliste ganz oben standen.
So renovierten wir den Waschplatz im Hof des Geländes, wo die Kinder unter anderem ihre Wäsche waschen. Bisher war der Boden dort matschig und zum Wäschewaschen entsprechend wenig geeignet.
Jetzt sind dort hygienische Kacheln, und die Wäsche wird richtig sauber. Schon länger stand diese Renovierung auf dem Plan, wurde jedoch immer wieder aufgrund wichtigerer Arbeiten zurückgestellt.

Der Ramadan hielt für die Waisen aber auch ein paar besondere Überraschungen bereit:
Wir ließen an vier Tagen zum abendlichen Fastenbrechen ein reichhaltiges Essen für die Kinder zubereiten. Es gab leckeren Fisch, Huhn, Reis, Gemüse und zum Nachtisch Kuchen. Als Getränk freuten sich die Kinder über eine lokale Köstlichkeit: Sirup mit Eis. Für die Waisen waren diese Mahlzeiten wahre Festessen, wie sie es nur ganz selten haben. Gerade im Ramadan sind Lebensmittel teuer. Das Essen kostete umgerechnet nur 50 Cent pro Kind und Mahlzeit, doch für die dortigen Verhältnisse ist das nicht wenig.
Außer dem Essen ermöglichten wir auch ein informierendes und vor allem motivierendes Begleitprogramm für die Kinder. So lauschten die Kinder vier kindgerechten Vorträgen zu verschiedenen Themen aus ihrem Alltag, wie zum Beispiel Sauberkeit.
Da die Kinder im Ramadan entsprechend ihres Glaubens viel Zeit mit Beten verbringen, statteten wir sie mit Gebetskleidung und Teppichen aus. Solch eine Aufmerksamkeit ist in dortigen Familien zu diesem Anlass üblich, sofern sie es sich leisten können.

Beendet wurde der Ramadan mit dem Fest (Id). In islamischen Ländern ist es Brauch, zu diesem Anlass Kleidung zu verschenken. Auch die Waisenkinder freuten sich über ein schönes Set Alltagskleidung.

Den Betreuern des Waisenhauses sollte diesmal auch eine Freude gemacht werden. Sie setzen sich als Ehrenamtliche intensiv sowohl mit ihrer Zeit als auch mit eigenen Mitteln für die Kinder ein. Im Ramadan erhielten sie daher ein kleines Geldgeschenk. Solche Form der Anerkennung ist in Indonesien üblich und fördert die gemeinsame Arbeit an dem Projekt.

    

Der Waschplatz vor und nach der Renovierung
 

    

Zum täglichen Fastenbrechen gab’s auch Nachtisch — Sirup mit Frucheis lieben die Kinder besonders!
 
Zum Ramadanfest bekam jedes Kind ein Set mit neuer Alltagskleidung

 

 

 

Kommentare sind geschlossen.