Kindergarten im Notbetrieb | Lebensmittelhilfe für Ost-Ghouta

Salamu alaikum und hallo liebe Waisenfreunde,

wir alle wissen um die katastrophale Situation der Menschen im eingeschlossenen Ost-Ghouta — selbst die UN spricht von der Hölle auf Erden. Seit Jahren schon fehlt es an allem, und das derzeitige Dauerbombardement vernichtet selbst noch die wenigen Hilfseinrichtungen, die bislang vor Ort verblieben. Auch unser Kindergarten und Bildungszentrum in Duma ist vom Kriegsgeschehen betroffen: In manch seltenen Stunden relativer Waffenruhe dient er als Zufluchtsort, doch angesichts der Gefahr für Kinder und Mitarbeiter ist nur noch Notbetrieb möglich.

Wir wissen nicht, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Was wir wissen, ist, dass zusätzlich zum ständigen Artilleriebeschuss und den Bombardements aus der Luft der Hunger zur tödlichen Gefahr geworden ist. Die Zivilbevölkerung leidet furchtbar, und selbst der erste UN-Hilfskonvoi seit Beginn der Offensive in Ost-Ghouta musste seine Mission wegen anhaltenden Beschusses des Gebiets vorzeitig abbrechen.

Wir können den Menschen in Ost-Ghouta jetzt helfen! Unsere Projektpartner, die seit Jahren zuverlässig und vertrauensvoll mit uns arbeiten, sind weiterhin in der Lage, Lebensmittelpakete unter der eingeschlossenen Bevölkerung zu verteilen. Der Bedarf ist grenzenlos, und wir wollen tun, was wir können! Wir haben uns schnell entschlossen, diese lebensrettende Nothilfsmaßnahme zu ermöglichen, und bitten euch, uns dabei mit euren Spenden zu helfen. Da wir bereits über 100 Brunnen in der Region instand setzen konnten, ist zumindest der Zugang zu Trinkwasser gesichert. Jetzt verteilen wir Sandwiches, Brot und Suppen unter hunderten Kindern und ihren Familien. Der Fokus liegt vor allem auf der schnellen und sicheren Durchführung der Lebensmittelhilfe – Fotos der Aktion können wir hoffentlich bald bereitstellen.

Es ist außergewöhnlich und ein großer Segen, dass wir gemeinsam als einer der wenigen Unterstützer geblieben sind und immer noch die Möglichkeit haben, Nahrungsmittel unter hohen Gefahren einzuschleusen und zu verteilen. Diese Chance kann jede Stunde vorbei sein. Unsere Projektarbeiter können und wollen Duma nicht verlassen und handeln bewusst unter Lebensgefahr, wenn sie die Bunker verlassen, um andere zu versorgen. Sie sagen „es regnet Bomben“, und in ihren Sprachnachrichten erleben wir mit, wie keine Minute ohne Einschläge vergeht. Möge Allah den 400.000 notleidenden Menschen in diesen schrecklichen Stunden, Tagen und Wochen beistehen.

Leider haben die Entwicklung in Syrien auch eins unserer Projekte gestoppt: Schweren Herzens mussten wir das Bildungszentrum in Tall wieder schließen.Der Hintergrund macht sprachlos: Weil unser kostenloses Hilfsangebot für geflüchtete Frauen angeblich mit kostenpflichtigen Einrichtungen konkurriert, wurde die Leitung unseres Zentrums von der „Konkurrenz“ zur Schließung gezwungen. Es trifft uns zutiefst, dass wir dem nichts entgegensetzen können, aber das Projekt trotz der Warnungen fortzusetzen, würde das Leben der Mitarbeiter und ggf. auch der Besucher gefährden. Als Trost bleibt immerhin, dass in den Monaten des Bestehens mehr als 850 Frauen unsere Kurse besuchten – und wir ihnen in ihrer schwierigen Situation zu besseren Perspektiven verhelfen, ihnen vielleicht sogar Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Krieg geben konnten.

Erinnerung an unser Bildungszentrum in Tall: Sprach- und PC-Kurse für geflüchtete Frauen
 

Bald werden wir auch wieder von unseren anderen Projekten berichten – und dann hoffentlich auch wieder mit besseren Nachrichten. Angesichts des Leids im syrischen Bürgerkrieg wollen und müssen wir aber vor allem hier und jetzt schnell handeln. Die Not zeigt, dass unsere Hilfe dort am richtigen Platz ist und all unsere vorigen Bemühungen richtig waren, jede Gelegenheit der Unterstützung zu ergreifen. Helft mit euren Spenden und seid wie immer gewiss: Jeder Cent kommt an!

As-salamu alaikum und bis bald,

euer Team von Wüstenkind e.V.

www.wuestenkind.de
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Infotelefon +49 (0)7191 2299233

Unser Spendenkonto:
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