Neue Projekte in Afghanistan

Salamu alaikum und hallo liebe Waisenfreunde,

wir freuen uns sehr, euch von unseren neuen Afghanistan-Projekten zu berichten. Seit Jahrzehnten kämpfen interne und externe Gruppen um die Macht über dieses Land. Leidtragend ist vor allem die einfache Bevölkerung, und wie immer sind Frauen und Kinder am stärksten betroffen. Durch die Kämpfe verlieren viele Kinder ihre Väter oder sogar beide Elternteile und müssen bei Verwandten unterkommen oder ganz ohne Hilfe zurechtkommen.

Lange und sorgfältig haben wir unsere Projekte vor Ort vorbereitet, um dortige Waisen nach Wüstenkind-Standards sorgfältig und sinnvoll zu betreuen. Inzwischen haben wir bereits die ersten Pilotprojekte für mittellose afghanische Kriegswaisen erfolgreich durchgeführt und möchten hier dauerhaft aktiv bleiben.

Unsere Wüstenkinder in Afghanistan

Unsere rund 50 Wüstenkinder, vorwiegend Mädchen zwischen 5 und 16 Jahren, leben in Jalalabad, 160 km östlich von der Hauptstadt Kabul. Sie stammen alle aus sehr armen Verhältnissen und leben bei Angehörigen, die selbst nicht in der Lage sind, die Kinder ausreichend zu versorgen. Zusätzlich kümmern wir uns um einige junge Frauen, die wir mit Handwerkskursen auf ihre berufliche Laufbahn vorbereiten.

Erste Schritte

In unseren Pilotprojekten haben wir uns zunächst auf regelmäßige Mahlzeiten für die Kinder konzentriert, den Schulunterricht organisiert (Erweiterung einer bestehenden Schule mit Tischen, Stühlen, Räumlichkeiten und zusätzlichen Lehrkräften) und jedes Kind mit entsprechendem Schulmaterial wie Schreibheften und Büchern versorgt. Außerdem erhielten viele der Kinder neue Kleidung. Denn um Schulbildung in Krisengebieten möglich zu machen, müssen immer erst die Lebensumstände der Kinder verbessert werden, vornehmlich mit Kleidung, Essen und medizinischer Versorgung. Schuluntericht selbst bedeutet dann neben der besseren Zukunftsperspektive auch eine ganzheitliche, oft soziale/psychologische Betreuung. All unsere Wüstenkinder gehen gerne in den Schulunterricht. Wir legen dabei großen Wert auf liebevollen und absolut gewaltfreien Unterricht, was leider in vielen Ländern keine Selbstverständlichkeit ist. Unser Schulunterricht unterscheidet sich damit maßgeblich von dem an anderen Schulen in der Umgebung. Alle Lehrer, die gegen dieses Gebot verstoßen, werden unverzüglich entlassen.

Die größeren Mädchen und jungen Frauen nehmen zusätzlich zum Schuluntericht an Nähkursen teil, damit sie zukünftig von ihren Arbeiten selbst den Lebensunterhalt bestreiten können. Die jungen Näherinnen machen große Fortschritte und konnten schon ihre ersten Kleider verkaufen.

Eine große Feier zum Opferfest

Zum Opferfest haben wir nicht nur für unsere Schülerinnen, sondern für die gesamte Schule mit 150 Kindern ein großes Festessen organisiert. Mit dem Fleisch von fünf Schafen sowie Reis, Brot, Obst, Getränken und Süßigkeiten wurde den Kindern und Angehörigen ein köstliches Mahl serviert. Das war ein großartiger Start für das ganze Team, und die Kinder bekamen noch einige Leckereien mit auf den Heimweg. Unsere dortige Projektmanagerin meinte zu uns: „Einen so gedeckten Tisch haben die Kinder noch nie gesehen.“

Wir wollen unseren afghanischen Wüstenkindern langfristig und nachhaltig helfen. Die Lebenssituation dieser Kinder ist neben den Flüchtlingen in Syrien die härteste von all unseren betreuten Kindern. Uns reichen bereits ca. 15 Euro pro Monat und Kind, um uns ganzheitlich um die Kinder zu kümmern. Wir haben vor Ort sehr zuverlässige Kontakte und können inshAllah sicher und langfristig arbeiten. Die Zahl der unterstützten Kinder können wir kurzfristig erhöhen, sofern wir die Mittel dazu haben. Bitte unterstützt uns, indem ihr anderen von unseren Projekten berichtet oder selbst für die Kinder spendet!

As-salamu alaikum und bis bald

euer Team von Wüstenkind e.V.

 

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