Adnin Waisenhaus, Baraka

Name: Adnin Waisenhaus
Ort: Baraka, Provinz Enrekang (etwa 30km von der Stadt Enrekang entfernt), Sulawesi, Indonesien
Bewohner: zurzeit etwa 25 Waisenkinder

Als wir das Waisenhaus Baraka 2009 in unsere Projekte aufnahmen, waren wir schockiert vom Zustand des Hauses. Es war das zweite Waisenhaus, dass wir in unsere Unterstützung aufnehmen. Die Kinder lebten dort nahezu wie Tiere. Das Haus ähnelte einer Ruine und die Waisen schliefen teilweise auf dem harten Boden. Es war nicht einmal genug Kleidung für die Kinder vorhanden, und auch die Ernährung der Kinder war nicht ausreichend gesichert. Nur eine einzelne Frau kümmerte sich ehrenamtlich um die Kinder, dies jedoch mit großer Hingabe. Das Waisenhaus befindet sich in einem sehr abgelegenen Gebiet mit nur geringer sozialer Anbindung. Die nächste Schule, Krankenhäuser und ähnliches sind weit entfernt. Zudem liegt das Haus in der Nähe eines Flusses, der in der Regenzeit manchmal Überschwemmungen verursacht, was alles noch schwieriger macht.

 Inzwischen  besucht eine Sozialarbeiterin mehrmals wöchentlich die Kinder. Zudem bekamen sie viel Ausstattung für ihren Haushalt und nicht nur ausreichend Kleidung, sondern auch jeweils eine Schul- oder Kindergartenuniform, was in Indonesien vorgeschrieben ist und vor sozialer Diskriminierung schützt. Neben verschiedene Vorträgen und Aufmerksamkeiten zu Feiertagen, die wir gelegentlich für die Kinder organisieren, gibt es jetzt auch ausreichend Bücher und Schulmaterial für alle. Neben Bastelmaterial haben wir den Kindern Töpfe und Saatgut zur Verfügung gestellt, und kurz darauf zeigten sie schon stolz Ihre Anpflanzungen und Aufzucht von Nutz- und Zierpflanzen. So lernen sie Verantwortung für ihren individuellen Topf, der ihren Namen trägt, und haben Freude am sichtbaren Fortschritt. Im Jahr 2012 konnten die Kinder in ein nahegelegenes, neu errichtetes Waisenhaus umziehen. Dieses konnte anderweitig finanziert werden, aber die von uns angeschafften neuen Betten und Möbel wurden natürlich mitgenommen. Jetzt werden wir die weitere Ausstattung des neuen Hauses unterstützen, wo es noch nötig ist.

 

Ridha Waisenhaus, Enrekang

Name: Ridha Waisenhaus
Ort: Enrekang, Provinzhauptstadt Enrekang, Süd-Sulawesi, Indonesien
Bewohner: zurzeit 55 Waisenkinder

Mit dem Ridha Waisenhaus in Enrekang begann die Projektarbeit in Indonesien 2008/2009. Die Kinder hier bekamen vorher kaum bzw. keine ausreichende staatliche oder anderweitige private Unterstützung. Zwar gehören Grundstück und Waisenhaus selbst glücklicherweise einer eigens dafür gegründeten Stiftung und sind somit nachhaltig gesichert.  Das Gebäude selbst war anfangs allerdings eher eine unbewohnbare Ruine: stark renovierungsbedürftig und Möbel wie Schlafstätten in katastrophalem Zustand – es gab nicht einmal genug Matratzen für alle Kinder. Da auch Tische fehlten, mussten die Kinder stets auf dem Boden sitzen, spielen und für die Schule lernen. Die Decken waren brüchig und ließen Regen durch, die Verkabelung war unsicher, elektrisches Licht war kaum vorhanden. Bad und Küche waren in sehr schlechtem Zustand und unhygienisch, teilweise bestand ernsthafte Verletzungsgefahr. Ebenfalls ungesichert war die Versorgung mit Essen, Schulmaterial und Kleidung.

All das hat sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert. Das Waisenhaus ist in einem deutlich besseren Zustand, die Kinder habe ihre eigenen Betten, Stauraum, Kleider etc.. Die Mitarbeiter vor Ort kümmern sich um organisatorische aber auch soziale Fragen. Die Kinder werden z.B. am PC und an der Nähmaschine unterrichtet, produzieren selbst Soja-Lebensmittel und werden in die häuslichen Aufgaben eingebunden. Neben Schulmaterial erhalten sie Englischunterricht, und wir organisieren immer wieder Vorträge zu verschiedenen Themen. Einigen Kindern konnten wir nach ihrem erfolgreichen Schulabschluss bereits den Universitätsbesuch ermöglichen, was sie sich aus eigenen Mitteln nie hätten leisten können. Rückblickend wird hier deutlich, dass wir mit liebevoller Aufmerksamkeit, professioneller Projektarbeit und relativ wenig finanziellen Mitteln in kurzer Zeit die Lebensumstände der Kinder deutlichverbessert haben, wovon wir uns auch immer wieder bei unseren Besuchen vergewissern konnten.

 

Bustanul Waisenhaus, Makassar

Name: Bustanul Waisenhaus
Ort: Makassar, Provinzhauptstadt Süd-Sulawesi, Indonesien
Bewohner: etwa 85 Waisenkinder

Dieses Waisenahaus nahmen wir erst im Jahr 2011 in unsere Unterstützung auf, nachdem wir bereits einige Erfahrung und Erfolge im Ridha- und Adnin-Waisenhaus gesammelt hatten. Dies half uns bei der Herangehensweise, da wir schon gewisse Standards und Abläufe entwickelt haben. Bustanul ist relativ groß und beherbergt entsprechend viele Kinder. Es liegt in Makassar, der Hauptstadt Sulawesi, die zu den größten Städten Indonesiens zählt. Dadurch sind die Umstände und Möglichkeiten, aber auch die Nöte anderer Natur.

Wie eigentlich bei allen Waisenhäusern, fehlte es hier an unterschiedlichsten Ecken und Enden. Neben der Anschaffung von wichtigen Dingen und Waren des täglichen Gebrauchs wie Essen, Kleidung, Küchenausstattung und Gas zum Kochen, konnten wir die Renovierung des Waisenhauses vorantreiben und es besser möblieren. Inzwischen lebt jedes Kind in einer vernünftigen Umgebung und kommt mit seiner kleinen aber gerade so ausreichenden Habe zurecht. Im Jahr 2012 konnten wir für diese Waisenhaus als zusätzliche Verstärkung eine Sozialarbeiterin einstellen und so die Förderung und Betreuung der Kinder verbessern; so beginnen wir bereits, die Kinder durch kleine Kurse und durch die Vermittlung von Praktika aus- und weiterzubilden.

 

Timor-Timur Waisenhaus, Makassar

Name: Timur-Timur Waisenhaus
Ort: Makassar, Provinzhauptstadt Süd-Sulawesi, Indonesien
Bewohner: etwa 85 Waisenkinder

Wie auch Bustanul, wurde das Waisenhaus Timor-Timur im Jahr 2011 in unsere Gruppe der Wüstenkinder aufgenommen. Auch hier konnten wir mittlerweile viele Renovierungen und Ausstattungsrunden realisieren, so dass wir uns jetzt auch hier verstärkt dem Thema Ausbildung und Berufschancen widmen können. Timor-Timur befindet sich ebenfalls im Großraum Makassar, was auch hier einfacheren Zugang zu Bildungschancen öffnet als in ländlichen Regionen – während den Kindern allerdings die durchaus auch positiven Aspekte des ländliche Umfelds fehlen.

Auch hier haben wir seit 2012 Verstärkung in Form einer Sozialarbeiterin engagiert, die neben Organisation und Bedarfsermittlung den Kindern persönliche Aufmerksamkeit schenkt, was mindestens so wichtig wie die materielle Unterstützung ist.

 

Rezky Ilahi Waisenhaus, Makassar

Name: Rezky Ilahi Waisenhaus
Ort: Makassar, Provinzhauptstadt Süd-Sulawesi, Indonesien
Bewohner: etwa 55 Waisenkinder

Dieses Waisenhaus wurde gegen Ende des Jahres 2011 in unsere Wuestenkind Familie aufgenommen und stellt eine besondere Herausforderung für unsere Arbeit dar. Zwar konnten wir bereits erste Schritte erfolgreich umsetzen, doch fehlt es noch an so vielem, wie beispielsweise auch an grundlegender baulicher Substanz. In Rezky Ilahi müssen sich sehr viele Kinder sehr wenig Raum teilen, und auch die sanitäre Einrichtung kann nur als völlig unzureichend bezeichnet werden.

Nehmen der Verbesserung der Ausstattung setzen wir hier auch verstärkt auf einen Eingewöhnungs- und Trainingsprozess der Waisenhausleitung und der Kinder. So ist es nur gut, dass aufgrund der Lage in Makassar unsere dort engagierte Sozialarbeiterin auch dieses Waisenhaus regelmäßig besuchen kann. Wir tauschen uns zudem zwar immer wieder mit dem örtlichen Sozialamt aus, doch grundsätzlich sind die indonesischen Behörden eher träge und haben auch nicht genügend Mittel. Dennoch blicken wir positiv in die Zukunft und möchten auch hier erreichen was uns schon an anderen Orten so erfolgreich gelungen ist.

 

Kaluppini — ein kleines Dorf bei Enrekang

Nachdem die Arbeit in unseren ersten beiden Waisenhäusern erfolgreich angelaufen war, wollten wir noch näher am Ursprung der Kinder und ihrer Problematik tätig werden. So begannen wir bereits 2011, auch Kinder eines entlegenen Dorfes zu unterstützen, die zwar bei ihrer Großfamilie oder anderen Verwandten leben, aber ohne intaktes Elternhaus aufwachsen. Ziel dabei ist es, sie gar nicht erst in die Not geraten zu lassen, um Aufnahme in ein Waisenhaus ersuchen zu müssen.

Auf den Dörfern existieren zwar teils recht belastbare soziale Strukturen, es herrschen aber auch große Armut, viel harte Arbeit und sehr weite Schulwege vor. Wir unterstützen hier immer wieder durch Kleidungsgeschenke, Schulmaterial oder Nahrungsmittel, seit kurzem Übernehmen wir auch teilweise die Zahlung des Schulgelds. Denn dieses können viele Familien nicht aufbringen, und so müssten die Kinder schon in jungen Jahren in der Landwirtschaft arbeiten – ohne Alternative zu diesem harten Subsistenzdasein. Zudem konnten wir in Kaluppini eine Bibliothek für die Kinder einrichten und im Jahr 2012 eine zusätzliche Helferin engagieren, die uns im Dorf selbst unterstützt und unsere Hilfsprogramme koordiniert.

Im Gegensatz zu Kindern in der Stadt erfährt die ländliche Bevölkerung gar keine oder kaum Unterstützung seitens der Behörden oder von Privatleuten. Selbst unsere kleinsten Bemühungen wurden von Anfang glücklich und mit großer Freude aufgenommen, selbst wenn es nur ein Säckchen Reis oder ein paar Eier waren.

 

Hidayatullah

Name: Hidayatullah Waisenhaus
Ort: Provinz Enrekang, Alla (etwa 30 km von Enrekang Stadt entfernt), Süd-Sulawesi, Indonesien
Bewohner: etwa 30 Waisenkinder

Dieses Waisenhaus unterstützten wir im Jahr 2009 für nur eine relativ kurze Zeit und konnten die Kinder mit Kleinigkeiten des Lebens ausstatten, was ihre Situation zumindest ein wenig verbesserte. Leider erfüllt die örtliche Leitung in keiner Weise unsere Standards für eine  verlässliche und transparente Zusammenarbeit, weshalb wir uns gezwungen sahen, unsere Hilfe einstweilen wieder auszusetzen. Wir sind allerdings bemüht, die Verbindung nicht abreißen zu lassen, und tauschen uns immer wieder mit den lokalen Sozialbehörden aus. Gleichzeitig aber möchten wir in unseren Qualitätsansprüchen keine Abstriche machen und unserer Vorstellung von Zusammenarbeit gerecht werden.

 

Ribaadhu Al-Furqaan Waisenhaus, Somalia

Name: Ribaadhu Al-Furqaan  Waschstelle im Rohbau
Ort: Baydhabo, Somalia
Bewohner: etwa 70 Waisenkinder

Seit Ende des Jahres 2012 ist Wüstenkind auch in Somalia aktiv, genauer in einem Waisenhaus in der Stadt Baydhabo, ca. 250 Kilometer von der Hauptstadt Mogadischu gelegen. Hier leben  ca. 70 Jungen im Alter von 4 bis 16 Jahren im Untergeschoss des Rohbaus eines Waisenhauses, das im Jahr 2000 von einem Privatmann unter Zuhilfenahme all seiner privaten Mittel gegründet wurde, aber leider noch nicht fertiggestellt werden konnte. Es mangelt an Essen, Kleidung  und Einrichtung – von Bildung ganz zu schweigen. Dies möchten wir gemeinsam mit euch ändern.

Ein guter und vertrauensvoller Freund unseres Vereins, gebürtiger Somali aus Mogadischu, lebt seit längerem im Raum Stuttgart. Das besagte Waisenhaus ist seiner Familie seit 2005 bekannt; er selbst und Verwandte sind seitdem häufig vor Ort, sind mit den Gegebenheiten bestens vertraut und führen im Austausch mit der örtlichen Leitung gemeinsame Projekte durch. Durch diesen langjährigen Kontakt und die Freundschaft zur Familie verfügen wir über Fotos, verlässliche Informationen und Beziehungen zum Projektort sowie zu Menschen, die für uns ehrenamtlich direkt vor Ort tätig sein können: Eine Chance, die Not der Waisenkinder zu lindern, die wir nicht ungenützt lassen wollen. Er konnte in einem ersten Projekt seine von uns koordinierten Aufgaben erfolgreich durchführen, was zeigt, dass Wüstenkind in der Lage ist, die nötige Hilfe vor Ort sicher und vertrauenswürdig auszuführen und zu dokumentieren.

Mit wenig Geld lässt sich in Somalia viel bewegen, und man kann sich vorstellen, was es den Kindern bedeutet, wenn eine Lieferung eintrifft. Die dringend nötige Kleidung, die Wüstenkind schon im ersten Projekt für alle Kinder bereitstellen konnte, wurde sehr freudig und dankbar entgegengenommen. Machen wir es uns zum Ziel, auch diesen Kindern ein besseres Umfeld zu schaffen und ihre Perspektive zu verbessern.

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