Eine Riesen-Überraschung für die Kinder – wichtiges Reise-Update

Salamu alaikum und hallo liebe Waisenfreunde,

ich bin zurück von einer wunderbaren Reise zu unseren Wüstenkindern in Indonesien. Begleitet wurde ich von einem Ärzteehepaar aus Deutschland, welches die Waisen bereits mehrfach besuchte.

Ein Dank an euch von den Wüstenkindern
Im Auftrag der Kleinen übersende ich euch zunächst ihren großen Dank und liebe Grüße/Salam. Eure Grüße, die mir mit auf die Reise gegeben wurden, habe ich wunschgemäß übermittelt und den Kindern erzählt, dass wir alle an sie denken, uns nach ihnen erkundigen, uns über alle Bilder von ihnen freuen, für sie beten und nicht zuletzt, dass wir ihre Freunde sind. Für die Kinder ist das alles andere als selbstverständlich, und es machte sie sehr stolz und glücklich. Bei ihnen erlebte ich, wie auch sie an euch denken und euch in ihre Gebete einschließen. Wir spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Eine Riesen-Überraschung
An diesem Opferfest haben wir den Kindern eine ganz besondere Freude gemacht: ein Waisen-Event der Superlative.
Schon bei der Planung der Aktion konnten wir kaum glauben, dass wir inzwischen in der Lage sind, so etwas umzusetzen. Denn als wir vor mehr als sechs Jahren mit unserer Arbeit in Indonesien begannen, mussten wir uns erstmal das Vertrauen von Ämtern, Sozialbehörden und den Menschen vor Ort verdienen. Die Kinder brauchten vor allem Kleider, Betten und funktionierende Toiletten.
Nun versammelten wir erstmalig alle Mitarbeiter, Projektpartner und die Leitung der Waisenhäuser an einem Tisch und planten das bislang größte Event der Wüstenkind-Geschichte, um den Kindern einen unvergesslichen Tag zu bereiten. Die jeweiligen Schulen unterstützten uns dabei und befreiten alle Schulkinder unserer Waisenhäuser für einen Tag vom Unterricht.
Zusammen mit etwa zwei Dutzend Mitarbeitern und Betreuern „entführten“ wir 300 Kinder aus vier Waisenhäusern in Makassar und brachten sie mit sieben Bussen zum Gowa Discovery Park – einer Art Mischung aus Zoo und großem Freibad. Es war das erste Mal, dass alle Kinder dieser Waisenhäuser aufeinander trafen – alle in Wüstenkind-Kleidung und mit eigens angefertigtem und mitgebrachtem Schlüsselband als Zeichen der Freundschaft. Jedes einzelne Wüstenkind wurde persönlich begrüßt.
In einer Aula führten die Kinder Lieder, Rezitationen, Theater und Sport vor. Alle Kinder stimmten in die Lieder und Sprechchöre mit ein. Die Halle bebte. Die Kinder, die elterliche Aufmerksamkeit so sehr vermissen, hatten im wörtlichen Sinne ihre Bühne bekommen. Sie erfuhren, dass sie nicht allein sind, dass sie Freud und Leid miteinander teilen können, dass sie zusammenhalten und sich gegenseitig wertschätzen. Auch die Waisenhaus-Leitungen lernten sich kennen und schätzen.
Nach den Aufführungen ging es in den Vogelpark, und nach einem Picknick mit über 300 vorbereiteten Essen stand der lang ersehnte Wasserpark auf dem Programm. Im gesamten Park sah man strahlende Wüstenkinder, die bis zur Erschöpfung planschten und spielten. Für die Sicherheit war ausreichend Aufsichtspersonal vorhanden.
Die älteren Kinder sorgten rührend für die kleinen und es gab weder Trauer noch unglückliche Kinder – auch kein einziges Pflaster wurde benötigt. Nur am Abend flossen ein paar Tränen, als sich die Kinder von uns verabschiedeten. Kaum schlossen sich die Bustüren, schliefen die Kinder erschöpft und glücklich ein.
Für diesen besonderen Tag gaben wir pro Kind knapp 10 Euro aus – angesichts unserer sonstigen Kosten mag dies vielleicht viel erscheinen, aber für die Kinder war es ein Riesenerlebnis mit allen positiven Wirkungen, die so eine Freude auf die Psyche eines Kindes haben kann. Ein einmaliges Erlebnis und schlichtweg unbezahlbar.
Diesen wunderschönen Tag habt ihr den Kindern. Die Kinder und ich danken euch von Herzen! Ihr stiftet Freude!

Ergebnisse der Reise
Vor Ort konnte ich all unsere Projekte besuchen und ausführlich dokumentieren, sowohl hinsichtlich der Qualität der Betreuung als auch der Menge der Hilfsleistungen. Ich besuchte auch neue Waisenhäuser, sich schon länger in einer Prüfphase befanden und die wir nun in unser Programm aufnehmen werden – dabei konnte ich mit unserem Team vor Ort bereits die nächsten Schritte planen. Auch wollen wir uns verstärkt um Kinder außerhalb der Heime kümmern, die in sehr schlechten und hilfsbedürftigen Situationen leben. Ich diese Familien selbst besucht, und man merkt einen deutlichen Unterschied zu unseren Waisenhäusern, wo wir schon so viel hinsichtlich des Lebensstandards erreichen konnten. Insbesondere die Kinder in entlegenen Dörfern, darunter viele Waisen, die bei Verwandten untergekommen sind, haben oft nicht die Möglichkeit, die Schule zu besuchen; manche haben nicht mal eine Matratze zum Schlafen. Die Lebensumstände sind oft erbärmlich. Daher nehmen wir weitere 100 bis 200 Kinder in unsere Wüstenkind-Oase auf.

Unsere Projekte zum Opferfest
Zum Opferfest gab es natürlich noch mehr als den großen Ausflug mit den Kindern aus Makassar. Es gibt so viel zu berichten: von sehr gut organisierten Fleischverteilungen in den Waisenhäusern und den Dörfern, vom Festessen mit den am Festtag, das die Kinder selbst gemeinsam zubereiteten, und noch vieles mehr. Auch die 60 Ziegen in Somalia waren ein Segen für die dortigen Waisen und die Anwohner, mit denen die Kinder auch dieses Jahr ihre Gaben teilten. Alle zugesagten Opfer konnten wir korrekt und pünktlich ausführen.

Ich hoffe, ihr könnt euch an den ersten Bildern und Eindrücken erfreuen – noch mehr gibt es auf unserer Website! Wir werden über die nächsten Monate noch mehr Fotos nachreichen und euch die neuen Projekte ausführlicher vorstellen. Gerne berichte ich euch auch im persönlichen Gespräch.
Ich danke allen Mitarbeitern, aber vor allem euch, unseren Freunden und Spendern. Was ihr für die Kinder tut und erreicht, ist etwas Besonderes, was man nicht an allen Orten findet.

As-salamu alaikum und bis bald,

euer Team von Wüstenkind e.V.

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