Sonder-Newsletter: Schulprojekt im Flüchtlingscamp Bab as-Salaam

Salamu alaikum und hallo liebe Waisenfreunde,

mit großer Freude können wir euch über ein weiteres geglücktes Nothilfe-Projekt von Wüstenkind berichten: Unterricht für die Flüchtlingskinder in Bab as-Salaam! Innerhalb von zwei Monaten nach Beginn der Planung konnten vier beheizbare Schulcontainer in der Türkei gebaut, bemalt und dann nach Syrien gebracht werden. Schon im Februar war testweise der Schulbetrieb angelaufen – inzwischen werden täglich 600 Kinder in unserer neuen Schule unterrichtet!

Im Flüchtlingslager Bab as-Salaam, in Nord-Syrien an der türkischen Grenze auf ehemaligem Militärgelände gelegen, leben über 20.000 Menschen, darunter mehr als 5.500 Kinder unter schrecklichen Umständen. Den Flüchtlingen stehen nur Zelte zur Verfügung, der Boden ist verschlammt, und die hygienischen Verhältnisse sind sehr schlecht.

Bislang bekam nur etwa ein Drittel der Kinder im Lager Schulunterricht; die Mittel reichen bei weitem nicht aus, und es stand nur ein eiskaltes und überfülltes Zelt zur Verfügung mit durch Teppichen notdürftig abgetrennten ‚Klassenzimmern’. Die restlichen Kinder konnten wegen des Krieges teilweise schon seit drei Jahren nicht mehr am Unterricht teilnehmen und verlieren völlig den Anschluss.

Unsere vier fröhlich bemalten, stabilen und beheizbaren Schulcontainer, die Anfang des Jahres nach Bab as-Salaam gebracht und aufgestellt wurden, ermöglichen im Schichtbetrieb nicht nur Unterricht für weitere knapp 600 Kinder, sondern bringen auch  Wärme und Farbe ins triste Leben des Camps. Die Planung hatten wir im Dezember 2014 bei unserem Aufenthalt im türkischen Gaziantep begonnen, und Dank eurer Unterstützung konnte Wüstenkind schon kurz darauf die Konstruktion, Transport und Aufbau der vier Container inkl. Heizgenerator und genügend Schulbänke beauftragen. Dazu arbeiteten wir mit einer Schweizer Hilfsorganisation zusammen, die als  vertrauenswürdiger wie erfahrener Projektpartner die logistische Durchführung des Container-Projektes und die Ausstattung mit Schulmaterial übernahm. Einige Syrerinnen aus dem Team in der Südtürkei bemalten die Container mit einer kinderfreundlichen bunten Landschaft und Motiven des syrischen UNESCO-Weltkulturerbes, unter der Leitung der niederländischen Künstlerin und Kinderbuchautorin Esther van der Ham.

Insgesamt bleiben die Zustände im Lager katastrophal, und im vergangenen, lang anhaltenden Winter litten alle unter der teils eisigen Kälte – es fehlt einfach an allen Ecken und Enden. Mit unseren Schul-Containern gelang es nun aber immerhin, als ersten Schritt schon hunderten Kindern ein Stück Normalität, Beschäftigung und Bildung in beheizten Räumen zu ermöglichen. Gerade diese Normalität, ein geregelter Alltag, gibt diesen Kindern, die in den letzten Jahren so viel Schreckliches erlebt haben, Stabilität und etwas Sicherheit. Und wie wir vor wenigen Tagen erfahren haben, scheinen andere Organisationen unserem Beispiel gefolgt zu sein und haben weitere Container für den Schulbetrieb in das Flüchtlingslager gebracht. Bis diese voll funktionsfähig eingerichtet sind, läuft der Schulbetrieb in den Wüstenkind-Containern und den Zelten – vielleicht kann so aber schon bald ein richtiges kleines Schulgelände entstehen; wir werden weiter berichten. Vor allen Dingen aber werden wir weiter versuchen, die schwierige Situation dieser Kinder mit eurer Hilfe zu verbessern!

Wir Vorstände waren auf unserer Reise sehr betroffen, freuen uns aber nun mit den Kindern und euch, das wir nicht tatenlos zusehen müssen, sondern gemeinsam konkret und direkt helfen können. Wir danken euch im Namen der Kinder!

As-salamu alaikum und bis bald,

euer Team von Wüstenkind e.V.

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