Wasser für Syrien – Neuigkeiten aus Indonesien

Salamu alaikum und hallo liebe Waisenfreunde,

schon in einem der letzten Newslettern berichteten wir, dass wir den Kindergarten in Duma vorerst schließen mussten. Nach der Offensive der syrischen Armee im April war kaum ein Stein auf dem anderen geblieben; viele Menschen starben, viele Häuser wurden zerstört, und auch einer unserer Projektmitarbeiter starb bei den Angriffen. Dennoch blieben wir in Syrien aktiv und konnten an verschiedenen anderen Orten die Not der Menschen lindern. Heute stellen wir euch ein größeres dieser Projekte vor, das seit kurzem über 40.000 Menschen dauerhaft mit Trinkwasser versorgt. Außerdem berichten wir über Bemühungen, die Zahnpflege unserer indonesischen Waisenkinder zu verbessern, sowie vom Abschluss der Tsunamihilfe in Makassar.

Wasser für Syrien

Mehrere Dörfer der Provinz Idlib, südwestlich von Aleppo, litten schon länger unter Wassermangel. Zwar existiert eine große Tiefenbohrungsanlage, um das Grundwasser aus mehreren hundert Metern Tiefe zu fördern. Doch war diese außer Funktion, und niemand konnte die teure und aufwendige Reparatur durchführen. Trinkwasser musste mühsam aus anderen Gegenden herbeigeschafft werden, was angesichts kriegsbedingt schlechter Wirtschaftslage und horrenden Benzinpreisen nur schwierig möglich war und bei weitem nicht ausreichte, den Bedarf der Familien vor Ort zu decken. So hatten viele Menschen kein sauberes Wasser zur Verfügung, die Hygiene- und Gesundheitssituation verschlechterte sich zusehends, Felder konnten nicht bestellt und Tiere nicht getränkt werden. Mithilfe von Wüstenkind e.V. wurde die Anlage nun endlich wieder instand gesetzt – sie versorgt fortan nicht nur die 17 Dörfer mit ihren über 40.000 Bewohnern, auch die etwa 5.000 in die Gegend geflohenen Inlandsvertriebenen haben wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ohne Wasser ist, wie wir alle wissen, kein Leben möglich. So Allah will, werden wir hier auf lange Zeit nachhaltig helfen und den Familien in Not Beistand leisten. Wir freuen uns sehr, dass wir mit euch gemeinsam so Großes bewirken konnten: strukturelle und dauerhafte, dringend benötigte Hilfe für die geschundene Bevölkerung. Wir werden uns auch weiterhin für die Menschen in Syrien engagieren und freuen uns dabei über eure Unterstützung!

Die große Pumpstation und glückliche Kinder an einer der vielen Entnahmestellen (Titelbild)
 

Zahnpflege in den indonesischen Waisenhäusern

Auf Initiative von Tjark, eines deutschen Studenten, der schon mehrmals unsere indonesischen Waisenkinder besuchte, betreute und Englisch unterrichtete, riefen wir in Makassar dieses wunderbare Projekt ins Leben: Zahnpflege-Training für die Waisenhäuser Bustanul, Timor-Timur, Al-Aqsa, Al-Marhama und Rezki Ilahi. Die Kinder wurden an verschiedenen Tagen in unser Trainingszentrum gebracht, erhielten dort jeweils eine eigene Zahnbürste und lernten anschaulich, wie man richtig Zähne putzt und wie wichtig die tägliche Zahnpflege ist. Nach gemeinsamem Mittagessen durften alle Kinder dies gleich mal ausprobieren und wurden anschließend zahnmedizinisch untersucht und ggf. behandelt. Alles wurde für eventuelle Folgebehandlungen genau dokumentiert – und natürlich wurden die Kinder den ganzen Tag über liebevoll betreut und erhielten Zuspruch, um ihnen die Angst vor der Behandlung zu nehmen. Während der Wartezeiten nutzte das Team die Zeit, mit den Kindern zu spielen und zu singen, etwas Englisch zu üben und Fragen zu beantworten. Nach Abschluss aller Behandlungen fand noch für Kinder, Helfer und Ärzte ein gemeinsamer Filmabend mit Abendessen im Trainingszentrum statt.
Regelmäßige Zahnuntersuchungen sind in Indonesien kein Standard, und oft wird – wenn überhaupt – erst dann behandelt, wenn es schon zu spät ist. Dank (zahnmedizinischer) Sachspenden aus Deutschland, der kostenlosen Behandlung durch befreundete lokale Zahnmediziner, der Räumlichkeiten unseres Trainingszentrums und des Engagements unseres Teams fielen für dieses tolle Projekt nur sehr geringe Kosten an; Tjark trug seine Reise- und Aufenthaltskosten selbst. Wir danken für diese super Initiative!

Tjark beim Zahnpflegeunterricht, Behandlung einiger Kinder und ein großes Dankeschön am Abend!

Hilfe für Tsunamiopfer abgeschlossen

Im letzten Newsletter berichteten wir über unsere Nothilfe für die Betroffenen des Tsunamis in Palu, die nach Makassar geflohen waren und dort angesichts fehlender Mittel dringend Nahrung benötigten. Unsere sofort gestartete Hilfsaktion löste eine Welle der Solidarität aus – auch seitens der Bevölkerung in Makassar: Wir erhielten nicht nur zahlreiche Lebensmittelspenden, auch rund 70 Helfer, darunter viele Studenten, packten spontan mit an und betrieben nächtelang die Notküche in unserem Trainingszentrum, um wirklich alle Flüchtlingsfamilien versorgen zu können. Dank der Eigendynamik der Aktion und der Solidarität unserer Helfer konnten wir über einige Wochen hinweg weit über 4.000 Essen zubereiten und unter den Notleidenden verteilen. Inzwischen ist die Aktion beendet; die meisten Tsunamiopfer konnten wieder in ihre Heimat zurückkehren oder wurden anderweitig untergebracht. Auch ihr habt zahlreich beigetragen und diese Hilfe so kurzfristig möglich gemacht!

Unsere Helfer in Makassar – unermüdlich im Dauereinsatz für die Tsunamiopfer

Wir sind sicher, ihr freut euch mit uns über diese drei wunderbaren, gelungenen, liebevollen, solidarischen und nicht zuletzt sehr kosteneffizient durchgeführten Projekte – wir konnten sie nur mit eurer Hilfe und Unterstützung umsetzen. Vielen Dank in unserem Namen, im Namen der Wüstenkinder und im Namen aller Menschen, für die diese Hilfsaktionen so dringend nötig sind.

As-salamu alaikum und bis bald,

euer Team von Wüstenkind e.V.

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