Wüstenkind Rundbrief April 2014

Salamu alaikum und hallo liebe Waisenfreunde,

seit unserem letzten Rundbrief zum Jahresende sind schon wieder drei Monate vergangen, die wir für verschiedene Projekte in unseren Waisenhäusern nutzen konnten. Über diese Fortschritte wollen wir euch hiermit informieren, ebenfalls berichten wir über den erfolgreichen Abschluss eines weiteren Pilotprojekts – diesmal in Bosnien-Herzegowina.

Selbsthilfeprojekte in Kaluppini
Im Dorf Kaluppini und der näheren Umgebung helfen wir seit Jahren indonesischen Kindern, die als Waisen und Halbwaisen zwar bei Verwandten unterkommen konnten, aber dennoch auf unsere Hilfe angewiesen sind. Die Gegend dort ist sehr arm, und die Familien, die zusätzliche Kinder aufnahmen, haben oft selbst kaum genug zum Leben. Mit diesem Projekt, das u.a. durch Hilfe zur Selbsthilfe verhindern soll, dass die Kinder ihre Familien verlassen und in Waisenhäuser umziehen müssen, unterstützen wir inzwischen mehr als 120 Kinder. Neben der Übernahme von diversen Kosten, die den Kindern den Schulbesuch ermöglichen, und weiteren Hilfen haben wir im vergangenen Jahr Selbsthilfeprojekte gestartet, die erste Früchte zeigen: Zunächst erhielten einige Familien zwei Ziegen unter der Auflage, den ersten Wurf des Ziegennachwuchses an eine weitere Familie weiterzugeben. Diese Strategie war so erfolgreich, dass wir inzwischen zusätzliche Ziegenböcke beigesteuert haben, weil bislang überwiegend weibliche Tiere geboren und aus Zuchtgründen andere männliche Tiere notwendig wurden.
Als weiteres Projekt dieser Reihe widmen wir uns nun dem Obstanbau und unterstützen zunächst ein gutes Dutzend der genannten Familien darin, Passionsfrüchte (Maracuja) anzubauen, da diese in der Gegend gut gedeihen. Überschüssige Früchte können entweder zu Saft verarbeitet oder auf dem Markt verkauft werden.

Renovierungen und mehr in unseren anderen Waisenhäusern
Natürlich kümmern wir uns weiter um die Grundversorgung und stetige Verbesserungen aller unterstützten indonesischen Waisenhäuser in Enrekang, Baraka und Makassar. Dazu zählen nicht nur Zuschüsse zum täglichen Essen, die Verbesserung der Unterbringung und Sicherstellung der medizinischen Versorgung, sondern auch die Übernahme von Schul- und Studiengebühren, Anschaffung von Schulmaterial und hin und wieder ein besonderes Essen zu bestimmten Anlässen. Zunehmend investieren wir auch mit der Durchführung von Projekten zur Berufsbildung in die Zukunft und verstärken nicht zuletzt auch die persönliche und hingebungsvolle  Betreuung durch unsere Mitarbeiter, die auch Ausflüge und andere gemeinsame Aktivitäten planen und begleiten – und das für nunmehr etwa 500 Kinder. Dafür wollen wir euch an dieser Stelle wieder danken, denn dies ist nur durch eure regelmäßige Unterstützung möglich.

Neben diesen laufenden Aufgaben konnten wir zuletzt im Rezky Ilahi Waisenhaus in Makassar die maroden Bäder neu fliesen lassen; so haben die Kinder nach dem Ausbau des Dachgeschosses und verbesserter Isolierung nun endlich auch wieder nennenswerte hygienische Verhältnisse in ihren Waschräumen. Außerdem kauften wir ein Whiteboard für den zusätzlichen Schulunterricht im Haus.

Die Kinder im Adnin-Waisenhaus in Baraka freuten sich sehr über Papier, Stifte, schöne Malbücher und ganz besonders über eine große Schaukel, auf der die Kinder nun jede Menge Spaß haben.

Um die Betreuung aller Waisen unserer Häuser im Raum Makassar zu gewährleisten, haben wir eine zusätzliche Betreuerin gefunden und eingestellt: Wir begrüßen Inrawati als weitere Helferin im Wüstenkind-Team, die sich fortan in Vollzeit um die Kinder kümmern wird, damit auch keines der Kleinen zu kurz kommt. Nicht zuletzt ist es für die Waisenkinder unserer Auffassung nach unabdingbar, dass sie direkte Ansprechpartner haben, die sich um sie sorgen, ihnen Geborgenheit vermitteln und ihnen zeigen, dass sie etwas wert sind und man sich um sie kümmert. Für die Eltern unter uns ist dieses Handeln selbstverständlich. Für unsere Wüstenkinder ist diese Zuwendung etwas ganz Besonderes und in ihrer Situation so unvergleichlich wertvoll.

Versorgte Waisen in Somalia
Auch in unserem Waisenhaus in Somalia sind die Kinder in besten Händen. Alle laufenden Kosten für Lebensmittel, Stromversorgung, Schule und Betreuer der Kinder sind weiterhin gedeckt und für die Zukunft gesichert. Nach den letzten großen Fortschritten mit dem Gebäudeausbau und der Verbesserung der Bildungssituation planen wir weitere Renovierungen.

Pilotprojekt in Bosnien-Herzegowina
Wie bereits in Indonesien und später auch in Somalia, entschieden wir uns vor allem deswegen für Projekte in Bosnien-Herzegowina, weil wir familiären und freundschaftlichen Kontakt zu absolut vertrauenswürdigen, verlässlichen und 100%ig ehrenamtlich tätigen Helfern vor Ort haben. Das Land an der Grenze zur EU ist politisch und wirtschaftlich im Gegensatz zu Indonesien und Somalia vergleichsweise stabil, scheint aber auch 18 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs leider noch nicht dauerhaft auf gutem Wege. Auch hier leben Kinder in sehr schwierigen Verhältnissen, zum Teil ohne Krankenversicherung oder die Mittel zur medizinischen Versorgung, in ungeheizten oder sogar undichten Häusern, meist mit nur einem Elternteil und ohne weitere Anbindung bzw. Unterstützung durch ihre Familien. In einer ersten Reihe von Pilotprojekten unterstützte Wüstenkind im vergangenen Jahr erfolgreich ein paar ausgewählte Familien mit dem Notwendigsten, darunter die Übernahme von Arztkosten, Schulmaterialien für die Kinder, Kleidung, Heizmaterial, Saatgut, Lebensmittel sowie die Renovierung eines einsturzgefährdeten Daches. Bosnien macht nur einen vergleichsweise sehr kleinen Teil unserer Projekte aus, doch die Kinder, die wir im Moment unterstützen, bedürfen definitiv unserer Hilfe, und wir sind in der Lage, sie ihnen direkt und wirkungsvoll zukommen zu lassen.

Wir wollen mit euch gemeinsam voranschreiten und den Kindern helfen, so gut es uns möglich ist. Wir freuen uns, dass ihr dabei seid.

As-salamu alaikum und bis bald,

Hatem (Imran) & euer Team von Wüstenkind e.V.

 

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