Unser neuer Kindergarten in Syrien: Aus einer Ruine wird ein sicherer Ort

Viele unserer Familien sind nach dem Sturz des Assad-Regimes in das Umland von Damaskus zurückgekehrt. Eines der ersten Dinge, das sie brauchten, war ein sicherer Ort für ihre Kinder. In Sheyfuniye haben wir dafür ein von Raketen zerstörtes Gebäude wieder aufgebaut. Im Juni kamen die ersten 150 Kinder, zum neuen Schuljahr sollen es rund 200 werden.

Aus einer zerbombten Ruine wird ein Kindergarten

Manchmal beginnt etwas Gutes genau dort, wo vorher Zerstörung war. Heute möchten wir euch von einem Ort erzählen, der noch vor Kurzem eine zerbombte Ruine war und heute wieder mit Kinderstimmen gefüllt ist.

Viele der Kinder und Familien, um die wir uns kümmern, mussten vor Jahren aus verschiedenen Regionen Syriens fliehen. Sie landeten in einem Flüchtlingslager in Afrin, im Norden Syriens. Dort haben wir ein Zentrum für sie aufgebaut und die Kinder über sieben Jahre hinweg begleitet, sowohl schulisch als auch seelisch.

Mit dem Sturz des Assad-Regimes konnten die Familien endlich in ihre Heimat zurückkehren. Für viele bedeutete das, noch einmal ganz von vorn anzufangen. Viele von ihnen sind in das Umland von Damaskus zurückgekehrt und eines der ersten Dinge, das sie brauchten, war ein sicherer Ort für ihre Kinder. Also sind auch wir mitgegangen, um genau das aufzubauen.

Das zerstörte Gebäude des künftigen Kindergartens, davor gelieferte Betonsteine für die Grundstücksmauer

Die Aufbauarbeiten beginnen. Der gröbste Schutt wurde entfernt und die Baumaterialien der Grundstücksmauer wurden geliefert.

Zwei Arbeiter auf dem Dach über der neu errichteten weißen Grundstücksmauer

Nach vielen Stunden Arbeit steht die Grundstücksmauer.

Frisch blau lackierte Eingangstür in einer von Einschusslöchern gezeichneten Mauer

Die Eingangstür wurde in einem einladenden Blau lackiert. Die umgebende Mauer lässt den Schrecken des vergangenen Krieges noch erahnen.

Ein Gebäude voller Löcher und Schutt

Für den neuen Kindergarten haben wir ein Gebäude von der Stadt Sheyfuniye gepachtet. Der Zustand war zu Beginn ernüchternd. Raketeneinschläge hatten große Löcher in das Dach gerissen, die sanitären Anlagen waren vollständig zerstört, und auch Teile der Umfassungsmauern mussten neu errichtet werden.

Im Januar 2026 begannen die Arbeiten. Der Wiederaufbau selbst ging erstaunlich gut voran. Die eigentliche Geduldsprobe war der Papierkram: Bis alle Genehmigungen der Stadt vollständig vorlagen, verging fast ein Jahr. Doch die Mühe hat sich gelohnt.

Der vom Schutt befreite Innenhof des Kindergartens mit dem Schulgebäude im Hintergrund

Der Innenhof wurde aufgeräumt und der meiste Schutt entfernt. Sehr bald werden unsere Wüstenkinder hier spielen und lernen.

Arbeiter lackieren die blaue Stahlkonstruktion des Vordachs über dem Innenhof

Das Vordach der Schule wurde gesäubert und lackiert und wird nun Schutz vor Wind und Wetter bieten.

Die ersten Kinder sind schon da!

Im Juni dieses Jahres haben wir in den frisch hergerichteten Räumen ein Feriencamp für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren eröffnet. 150 Kinder waren angemeldet. Wo kurz zuvor noch Bauschutt lag, wurde gespielt, gelacht und gelernt.

Und es geht weiter. Zum neuen Schuljahr öffnen wir den Kindergarten regulär und hoffen, dann rund 200 Kinder betreuen zu können. Kinder, die im Krieg viel verloren haben und hier einen sicheren Ort zum Lernen und Aufwachsen finden.

Frisch gestrichener Flur mit neuen Holztüren, Blick in zwei Klassenzimmer

Die Renovierungsarbeiten in der Schule schreiten schnell voran. Das Dach wurde repariert und die Sanitäranlagen aufgebaut. Es gibt neue Türen und ein schöner Anstrich ziert die Wände.

Renoviertes Klassenzimmer mit Holzbänken und großen Fenstern

Ein frisch renoviertes und einladendes Klassenzimmer wartet auf unsere Wüstenkinder.

Kinder stehen in einer Reihe im frisch gestrichenen Flur des Kindergartens

Warum das so wichtig ist

Syrien ist ein vom Krieg zerrissenes Land, und Kinder sind davon am stärksten betroffen. Umso mehr zählt jeder Ort, an dem sie einfach wieder Kind sein dürfen. Wer in ein Kind investiert, investiert in die Zukunft.

Kinder stehen an einer Wand hinter bunten Gymnastikreifen im schattigen Innenhof

Unsere Wüstenkinder spielen im Schatten des geschützten, sauberen Innenhofes.

Eine große Gruppe lachender Kinder und Betreuerinnen im Innenhof des Kindergartens

Genau das ermöglicht ihr

Ein solcher Kindergarten entsteht nicht aus dem Nichts. Er entsteht, weil Menschen wie ihr uns vertrauen und uns die Freiheit geben, dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Wir binden Spenden bewusst nicht an einzelne Projekte, sondern setzen sie dort ein, wo sie im richtigen Moment am meisten bewirken.

Wenn ihr uns dabei unterstützen möchtet, ist ein Dauerauftrag die größte Hilfe, denn er erlaubt uns, langfristig zu planen. Schon fünf Euro im Monat machen einen Unterschied. Natürlich zählt auch jede einmalige Spende, und wie immer gilt bei uns: keine Verwaltungskosten, keine Gebühren, jeder Cent kommt an.

Ein Rundgang durch die Schule

Schaut euch gerne diesen Rundgang durch den renovierten Kindergarten an.